Molveno - ein Feuchtigkeitsdauertest

Geschrieben von Martin.

Tln. v.l.n.r. Frank, Reiner, Markus, Sarah, Mathias, Hans, Martin (TO), Michael, Angelika, Klaus

Das Gruppenfoto ist nicht aus dem Vorjahr, es passt aber trotzdem nicht zur diesjährigen Tour. So trocken war es genau nur an dem einen Vormittag. Die Hoffnung auf ein deutliches Aufbessern der bei allen Teilnehmern eher bescheidenen 2017-er Flugstatistik wurde nicht nur knapp sondern geradezu drastisch zerschlagen.

Die früh Losgefahrenen brauchten zwar deutlich mehr Zeit als es der Routenplaner berechnet hatte, konnten aber immerhin noch ohne Regen auspacken, Landeplatz und  Gelateria besuchen sowie den Ersteinkauf erledigen. Verzichtet wurde wegen tiefen Wolken und vermutetem zu starken (Nord-)Wind aber auf den Kauf der Wochenkarte und das übliche Sofort-auf-den-Berg-hochfahren. 

Die später Losgefahrenen hatten, anders als für Ferienende erwartet, an allen üblichen Stellen, A8, Grenztunnel Füssen, Fernpass, Brenner auf AT-Seite (Baustellen) und natürlich Brenner auf IT-Seite (Sterzing), Stau und brauchten für die 480 km bis zu 9 Stunden. Es reichte aber noch zum gemeinsamen Pizzeria-Besuch. Jedoch kamen beim Rückweg die Regenschirme schon zu ihrem ersten Einsatz.

Ein Team zog es vor, aufgrund der mehr als eindeutig und dann auch zutreffenden schlechten Aussichten für Sonntag, den Samstag noch in der Heimat zu verbringen. Die Idee, dass es am Sonntag deutlich weniger Stau haben würde, erwies sich allerdings als total falsch. Nach über 10 (!!) Stunden kamen die Nachzügler und die von diesen transportierten schon sehnlichst erwarteten Maultaschen dann erst nach 20 Uhr an.
Nun denn, einem schlechten Tag zu Beginn einer Tour kann man ja durchaus auch Positives abgewinnen. 

Am Montag war es weniger feucht. Seeumrundungen (zu Fuß) wurden gewagt, konnten jedoch überwiegend nicht trocken abgeschlossen werden. Die Molveno-Neulinge konnten weiterhin die beeindruckenenden wilden Brenta-Dolomiten, von denen die Stammteilnehmer erzählten, noch nicht mit eigenen Augen sehen.

Der Dienstag war in ursprünglichen Wetterberichten als bester Tag der Woche vorhergesagt gewesen. Leider befanden wir uns sozusagen im Auge von umgebenden Tiefs, nördlich der Alpen hatte es NW-Windstürme! Folge, praktisch keine Luftbewegung, die Feuchtigkeit parkte zwangsläufig etwas länger in der Region. Und langsam wurde es auch ungemütlich kalt. Heizungen werden Anfangs September "natürlich" lange noch nicht angeworfen :-(

Das gut funktionierende WLAN wurde ausgiebig genutzt, Dichtigkeit diverser Kleidungsstücke wurde getestet und länger werdende Spaziergänge ohne Feuchte von oben waren drin. Ab und an sah man sogar mal den Start (1.500 m ASL) und manchmal blitzen sogar die zwischen 2.400 und über 3.000 m hohen Brentagipfel durch.

Dann kam der Tag, an dem das Gruppenfoto entstand. Alle wollten schon sehr früh rauf auf den Berg. Der fürs Fliegen in Molveno fast zwingend erforderliche Gardaseesüdwind "Ora" kam zwar, blieb aber dann nur ein laues Lüfttchen. Zudem wurde der am Vormittag noch vollständig blaue Himmel mit Cirren mehr und mehr weiß-blau bis hin zu milchig weiß. Nach mehr als ausführlichem Parawaiting bei dem für Molveno üblichen tollen Panorama starteten nach und nach alle. Halten auf Mittelstationshöhe ging bei angenehm sanftem Steigen für alle gut. Den Startplatz überhöhen gelang jedoch nur ein bis zwei Piloten. Immerhin ergaben sich Flüge bis zu 1.5 Stunden. Es folgte der nächste ausgiebige Gelateria-Besuch mit großen Eisbechern und Cappuchinis.

Es kann nur besser werden. Für Donnerstag war ja sogar überregional Südwind angesagt. Der war dann auch da, aber so stark, dass wir alle mit zwei wage- oder übermütig am Vormittag rausgestarteten AT-Fliegerkollegen bangten, ob sie es erstens runter und zweitens auf ein landbares Fleckchen schaffen würden. Selbst fürs Molveno typische Alternativprogramm "Groundeln am Landeplatz" hatte es zuviel Wind. Die 2 Flieger schafften es dann übrigens tatsächlich beide doch irgendwie runter, meterweise über den Ort drüber und sogar bis zum Landplatz. Uff! Durchbremsen ist bei soviel Wind allerdings ein absolutes No-Go, aber nach so einem Flug stört das darauf unvermeidlich folgende "über den Acker gezogen werden" kaum.

Für die meisten Teilnehmer war dies jedoch das Signal zum vorzeitigen Abbrechen der Tour.  Für die 3, die noch zur anschließenden Fassatal-Tal "mussten", gab es am Freitag noch mal einen, allerdings weder hohen noch langen, Abschiedsflug.

Positiv ist neben recht guter Gesamtstimmung zu vermerken, dass wir zumindest die Wochenkarte nicht gekauft hatten :-(   Solch eine Häufung von Outdoor-Aktivitäten-verhindernden Tagen gab es seit 2004 noch nie. Wir setzen darauf, dass damit rein statistisch 2018 ein gutes Molveno-Jahr werden muss :-)


Fotos, natürlich nur von den trockenen Tagen, gibts hier oder siehe Album 2017.