JHV 2019

Einladung zur Jahreshauptversammlung des 1. Parafly-Club Schwaben e.V.

Am Freitag, dem 5. April 2019 um 19:00 Uhr findet die diesjährige Jahreshauptversammlung statt.

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Norma - Auf Theorie folgt dann doch Praxis

Geschrieben von Martin.

Teilnehmer Ferdinand (unser privater Fluglehrer), Dietmar, Herbert, Mathias
knieend: Klaus und Martin (TO und Bericht)

Pünktlich zum Tourbeginn kam der Frühling. Aber leider nur in D. Wir flüchteten somit vor dem guten Wetter in den weiterhin (seit 4 Wochen!) trüben und kühlen Süden.

 

Die geringe Zahl der Norma-Interessierten sowie diverse Randbedingungen bzgl. An- oder Abreisetermin führten erstmals seit 2004 dazu, dass keine PKW- oder Stadtmobilanreise stattfand. 4 Personen hatten einen Eurowings-Flug (23 kg Freigepäck) Stuttgart Rom-Fiumincino für 200 Euro ergattern können. Einer nahm den Nachtzug von München, einer machte auf dem Weg zu seinem in Sardinien überwinternden Segelboot einen Schlenker über Norma.

Nach etwas Knobelei bzgl. Aufspüren des genauen Abfahrtsorts des Mietwagen-Shuttles spendierten wir ne gute halbe Stunde Mehrfahrzeit um den Strand von Rom, Ostia Lido, in Vorbeifahren kennenzulernen. Das Wetter ließ eh keinen (Gleitschirm-)Flug zu. Es war zwar trocken, aber bewölkt (=> kein Seewindsystem) und der Wind kam 180 Grad falsch von Südost. Wir wunderten uns - allerdings nur kurz - über drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen von 60 km/h auf Fast-Autobahnen und 50 (z.T. 30!) auf Landstraßen. Schilder Aufstellen ist halt deutlich billiger, als - z.T. wirklich große! - Löcher in den Straßen zumindest notdürftig zu reparieren :-(. Die Geldknappheit des italienischen Staates wirkt sich immer deutlicher im Leben jedes einzelnen aus! Natürlich hält sich kein Italiener an die drastischen rein haftungsreduzierenden Beschränkungen. Ich wurde mehrfach bei 90 km/h (auf der 60-er Autobahn) weggedrückt und mit 120 km/h überholt. Problem: hat man die in IT verpflichtenden Vorankündigungen über Blitzer nicht gelesen, würde das Mitschwimmen richtig fett teuer. 20 km/h zu schnell ca. 200 Euro, 50 km/h zu schnell ab 600 €. Und man kann sich nicht drauf verlassen, dass der Vordermann die Info hat und rechtzeitig runterbremsen wird. Sehr unglückliche Situation. Denn hält man sich grob an die unsinnigen Beschränkungen, wird man nicht nur durch Gesten als "Idiot" abgestempelt sondern lebt auch recht gefährlich, weil die Autos hinter einem nicht mit solch einem "fast stehenden" Hindernis rechnen.

Zurück zur Tour: Zimmer aufteilen, Betten beziehen, Ersteinkauf und dann Warten aufs Öffnen der Pizzeria (gnädigerweise nur für uns Tedesci "schon" um 19 Uhr, voll wurde es dann erst ab 20:30 Uhr), noch etwas Privat-Vino trinken, Wetterberichte suchen, die doch etwas Flughoffnung vermitteln und dann ab in die Betten.
Da 3 Norma-Neulinge dabei waren, war auch diesmal die Besichtigung der in Norma meist selten erforderlichen Landemöglichkeiten unten in der Ebene erforderlich. An sinnvolles Fliegen mit Obenbleib- und Toplandechance war weiterhin nicht zu denken. Manche begannen mit Groundhandling andere nutzten es gnadenlos aus, dass unser Privat-Fluglehrer Ferdinand bereitwilligst zu allen möglichen fliegerischen Aspekten engagiert und umfassend Auskunft gab. Das ging die nächsten Tage durchgehend so weiter. Also viel Zeit für sinnvolle Flieger-Theorie! Unterbrochen nur durch Ferdinands Hike & Fly Trainingsflüge (BordAIR-Race, X-Pyr, evtl. sogar X-Alps) , die alleine schon den fliegerischen Horizont der Normalflieger sprengten. Bei tiefer Bewölkung "mal eben" über Cori nach Norden, dort halt landen und nach 400 hm neuen Startplatz suchen. Am nächsten Tag dann nach Süden bis hinter Seeze und versuchsweise nach hinten zu den ganz hohen Bergen. Oder die Höhengrenze auf 1.900 m hochsetzen und dabei nebenbei ein für Norma unübliches / seltenes 20 km FAI-Dreieck erfliegen.  Auch von Sermoneta mit Schirm zum Startplatz in Norma laufen, war (für ihn) üblich.

Nach und nach wurden auch unsere "Brötchen" größer. Unten landen war die seltene Ausnahme, die 1.000 m Höhe wurde von allen geknackt (Start auf 430 m), manche schafften 1.200 m, über den höchsten Hügel am Ende der Kante Richtung Cori (860 m) kamen alle drüber, der Anflug zum Abendsoaring an der Cori-Nordwestkante absolvierten alle trotz z.T. kräftigem Gegenwind und damit verbundener niederer Reisehöhe. Verwehrt blieben uns (außer Ferdinand) wiedermal Flüge nach Süd/Südost. Der Ost-/Nordostwind blieb leider die ganze Woche bestehen. So war es normal, mit Seewind aus West zu starten und zu fliegen während die Wolken auf ca. 2.000 m ordentlich von hinten anrückten.

Der obligatorische Rom-Tag fand auch wieder statt. Diesmal sogar mal ohne Regen, dafür mit Strafzettel am Bahnhof in Latina Scalo :-(. Ab Mittwoch kam der Frühling aus D dann auch bei uns an. Do. und Fr. waren Vorzeige-Norma-T-Shirt-Tage, das Sitzen am Start (während der 2 stündigen Starkwindphase) machte ebenso Spaß, wie das Gelati- und Capucchini-Genießen. Die Abendflüge unter fast komplett blauen Himmel ab ca. 16:30 - 17 Uhr Uhr (bis nach 19 Uhr) waren Norma-at-its-best. An 4 von 6 theoretisch möglichen Flugtagen konnte geflogen werden (2 sehr gut, einer gut, einer so lala). Die meisten haben 10 Flüge. Es gab etliche Flüge mit mehr als einer Stunde.
Ab Donnerstag bröckelte die Gruppe dann nach und nach ab. Ferdinand wollte ja zum BorderAIR-Race. Herberts Nachtzug fährt auch nicht jeden Tag.

Norma wird auch 2019 wieder angesteuert werden. Vielleicht kommen dann doch wieder genügend Personen zusammen, um den Stadtmobilbus wieder sinnvoll ins Spiel zu bringen. Ostern wird 2019 am 20. April und damit fast 3 Wochen später sein als 2018. Damit könnte sich eine terminliche Kombination mit den Osterfeiertagen anbieten. Die zweite April-Hälfte scheint trotz zu starkem Mittagswind fliegerisch mehr Optionen zu bieten als Ende März/Anfang April.


Bilder gibts hier oder siehe Album 2018.