Transylvanien - Punktlandung im Regen

Geschrieben von Ewald.

Teilnehmer v.l.n.r.: Peter, Rüdiger, Thomas, Pia, Manfred (TO), Michael St., Ewald, Stefan, 
Michael H., Ralf   vorne unser Guide Crinu. Es fehlen von der Fliegern: Thomas T., Achim

Am Sonntag 24. Juni fliegen wir in nur 2,5 Stunden nach Bukarest. Crinu, Raimunt und Dragan holen uns mit zwei Kleinbussen ab und es geht nach Brasov.
Unsere Unterkunft ist sauber und sehr gut ausgestattet. Heute ist es noch trocken :-))

Am nächsten Morgen, nach dem mehr als reichlichen Frühstück, fahren wir ins Fluggebiet bei Priseaca und dann auf abenteuerliche Weiße mit dem selbst gebastelten Allrad-Fahrzeug durch ein Bachbett zum Startplatz.
Der ist sehr flach. Man muss viel laufen bis zum Abheben. 4 Leute schaffen den Start, dann ändert sich der Wind, wird schwächer oder wechselt die Richtung. Manche schaffen grob 100 m und müssen dann doch noch abbrechen und wieder hoch laufen. Stephan rutscht glatte 500 m dem Hang entlang, der gerade die Neigung des Gleitwinkels hat und muss dann kurz vor den Bäumen abbrechen.
Die wenigen,die starten konnten fahren nochmal mit dem abenteuerlichen Gefährt hoch um dann nochmal einen Abgleiter zu wagen. Am Abend sind fast alle geflogen, aber nur einer konnte sich ca. eine halbe Stunde halten. Die anderen sind, nur minimal verlängert, abgeglitten wegen der großflächigen Abschattung und gelegentlich leichtem Regen.
Zum Abschluss des Tages fahren wir im Ort in eine Dorfkneipe um die traditionelle Suppe und den guten Fisch zu genießen. Das Ganze gepaart mit selbst hergestelltem Schnaps und Wein.

Am Dienstag gehts ins nächste Fluggebiet bei Predelutuly. Wir müssen zu Fuß ca. 200 Höhenmeter zum Start hoch laufen, aber es ist ein Fußpfad mit wunderbarer Aussicht. Diesmal ist es ein einfacher Startplatz. Einige der Flieger schaffen es sich bis zu ca. einer halben Stunde zu halten. Bei dem einen Flug bleibt es leider, weil schlechtes Wetter aufzieht.
Dafür das Alternativprogramm "Mittagessen". Es gibt die Spezialität des Restaurants "Suppe im Brotmantel" mit schönem Blick auf das Fluggebiet.
 
In dieser ländlichen Gegend sind die vielen Pferdefuhrwerke auffällig. Sie werden nahezu ausschließlich zum Arbeiten eingesetzt. Ebenso wird die Wiese von Hand gemäht und mit Pferd und Wagen abtransportiert. Man fühlt sich in die 50er Jahre zurück versetzt.

Am Mittwoch regnet es wie aus Eimern. Das Alternativprogramm heißt "Besuch im Schloß Bran", wo die Legende zu Graf Daracula entstanden ist. Ich selbst fahre nicht mit, aber die anderen sind begeistert. Einige gehen auch in die örtlichen Museen von Brasov. Die Innenstadt von Brasov ist zum Teil sehr schön restauriert.Dann am späten Nachmittag erleben wir die Pleite der deutschen Fußballer mit rumänischen Kommentaren.
Ab Donnerstag sieht das Wetter für die ganze Woche vollends schlecht aus. Wir fahren im strömenden Regen nach Mangalia in der südöstlichen Ecke Rumäniens am Schwarzen Meer, dicht bei der Bulgarischen Grenze. Mit jedem Kilometer wird das Wetter besser.
Die Fahrt geht vorbei an kilometerlangen Feldern mit Getreide, Mais oder Weinanbau. Mehrfach über die beeindruckend breite Donau im Donaudelta.
Unser neues Hotel stammt noch aus den Zeiten des Kommunismus und man sieht es ihm auch an, wie dem ganzen Ort.
Wir checken ein und fahren zum Strand. Der Wind bläßt. Nach ein paar Versuchen hat Crinu den besten Platz zum Start gefunden. Er steht aber nach ein paar Sekunden Flug unten am Strand, weil er in eine Ecke fliegt, die parallel zur Windrichtung steht. Zwei aus der Gruppe versuchen den Starkwindstart und machen es in der entgegengesetzten Richtung besser, mit (allerdings) nur ein paar Flugminuten und anschließender Landung oben bei oder neben dem Startplatz.

Am Freitag gibt es in Mangalia erst mal ein Gewitter und wir fahren Richtung Grenze an den Strand. Dort baden wir einige Zeit im Schwarzen Meer. Das Wasser ist angenehm warm. Als der Wind dann einsetzt, ist er schnell zu stark. Wir baden weiter. Am Nachmittag läßt er dann schnell ganz nach und es wird nichts mehr mit Fliegen. Trotzdem ist es ein schöner Tag. Hauptsache Sonne, Strand, Meer.

Am Samstag fahren wir nach Bukarest und schauen uns am Nachmittag noch etwas die Stadt an. In Bukarest pulsiert das Leben.  Ich bin froh, dass ich hier nicht fahren muss. Im Freilichtmuseum treffen wir auf mehrere Brautpaare. Es scheint ein beliebter Ort für Hochzeitsfotos zu sein.

Sonntag heißt es um 4 Uhr aufstehen und mit dem Shuttle vom Hotel zum Flughafen. Wir kommen sehr spät zum boarden weil auf unseren Bordkarten ein anderes Gate steht als wir dann tatsächlich nehmen müssen.

Fazit:
Die Städte, welche wir gesehen haben, sind schon weit im Kapitalismus angekommen. Auch wenn die Spuren des Kommunismus nicht weg zu leugnen sind. Auf dem Land ist davon nur wenig fest zu stellen. Die Leute scheinen damit aber nicht unglücklich zu sein.
Da die rumänische Sprache sehr viele italienische Wörter enthält, hat es auch ganz gut mit der Verständigung geklappt.
Mit dem Wetter hatten wir echt Pech aber obwohl wir nur wenig geflogen sind war es ein sehr interessanter Abstecher an den östlichen Rand der EU. Manfred und Crinu mit seiner Truppe haben sich wirklich mehr als angestrengt um aus den schlechten Wettervoraussetzungen das Beste raus zu holen. Ein paar aus der Gruppe haben auch schon den erneuten Besuch im nächsten Jahr angekündigt.
Die besuchten Fluggebiete haben auf jeden Fall großes Potential auch in Richtung Streckenflüge. Wie Manfred bestätigt hat selbst der Hausberg, neben dessen Landeplatz wir wohnten, gutes Potential fürs Gebirgs- und Flachlandfliegen. Die Fluggebiete im Gebirge konnte wir leider wegen des Regens nicht besuchen. Crinu hat angeregt mehr auf kurzfristige Besuche zu setzen. Der Flug nach Bukarest dauert ja nicht lang. Ein Anruf genügt, Crinu spricht fließend englisch und ist sehr engagiert. Übrigens war für die kommende Woche super Wetter vorhergesagt :-))

Abschließend unseren herzlichen Dank an Manfred für das tolle Erlebnis und Abenteuer in Transylvanien. Er hat mit seiner unnachahmlich lebensbejahenden Einstellung für immer gute Laune in der Gruppe gesorgt.

Hier einige (kurze) Flüge um eine bessere Vorstellung der Gegend bekommt.
Priseaca
Predelutuly
Mangalia


Bilder gibts hier oder siehe Album 2018.