Fotowettbewerb 2018

Liebe PCS-Mitglieder,

die Flugsaison 2018 neigt sich nun langsam, aber sicher dem Ende zu. Bestimmt habt Ihr Eure Handys und Kameras voll mit Bildern, in denen Ihr außergewöhnliche Situationen, interessante Perspektiven, besondere Orte oder stimmungsvolle Momente eingefangen habt.

Lasst uns alle daran teilhaben und schickt uns Eure schönsten Fotos vom Gleitschirmfliegen!

Die ersten drei Gewinner-Fotos dürfen sich auf eine kleine Überraschung freuen!

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Piemont - Fliegen und Dolce Vita

Geschrieben von Siggi.

Teilnehmer v.l.n.r.: Jochen, Verena, Uwe (TO), Harald, Schiko, Petra, Jürgen, Siggi

Sieben Personen, davon fünf Gleitschirmflieger und ein (großer) Berner Sennenhund. Das war die nette und harmonische Gruppe, die sich vom 6. - 13. Oktober im Piemont, östlich und südlich von Turin herum trieb.

Bis auf zwei Personen kannten sich die Teilnehmer vorher nicht. Ziel war es neue Fluggebiete kennen zu lernen und die kulinarischen Köstlichkeiten des Piemont zu genießen. „Sightseeing“ und Bummeln standen ebenso auf dem Programm wie ein wenig das „la dolce vita“ zur Erholung zu nutzen.  

Diesen schwierigen Mix zu ermöglichen ist unserem TO hervorragend gelungen. Er kennt alle notwendigen Zutaten wie Fluggebiete, Fluglehrer, Navettefahrer, Städte, Restaurants, Weingutbesitzer usw. … und wichtig, er beherrscht die italienische Sprache perfekt !
So standen wir immer am richtigen Berg, die Auffahrt mit dem Bus einer Flugschule, einem Freund oder eines örtlichen Klubs war vorab immer perfekt organisiert. Sogar die Reservierungen in den Restaurants waren oft schon gemacht bevor wir Hunger hatten. Und um es vorweg zu nehmen: Es war immer köstlich.       

Im Einzelnen: Am Samstag Nachmittag trafen sich vier von uns am ´Lago Grande´ in Avigliano zum ersten gemeinsamen Mittagessen. Avigliano liegt am Eingang zum Susa Tal. Anschließend fuhr uns ein italienischer Freund des TO zu einem nahegelegenen Startplatz. Aber das Angebot zu Fliegen wurde von uns, im Nachhinein unverständlich, nicht angenommen. Zum gemeinsamen Abendessen in Villar Dora kamen dann noch zwei weitere PSCler und zwei Freunde des TO dazu. Das Gelage dauert über 3 Stunden. Übernachtet haben wir in der Nähe des Restaurants, wie übrigens die ganze Woche über, in den Campingfahrzeugen.
Am Sonntag morgen wir sind gemeinsam ins Susatal hinein gefahren. In Bussoleno auf einem ruhigen Stellplatz machten wir Station. Von dort hat uns Fabrizio abgeholt, ein im Susatal ansässiger Fluglehrer. In einer abenteuerlich schönen Auffahrt, hat er uns auf eine 1000m über dem Tal gelegen Alm gefahren. Am einsamen, steilen aber riesigen Startplatz sind wir alle vier gleichzeitig gestartet. Leider war es an dem Tag bedeckt und wir konnten nur einen mehr oder weniger verlängerten Flug ins Tal machen. Da Fabrizio uns scheinbar irgendwie mochte, hat er für uns gleich das mehr-gängige Abendessen in einem Berggasthof organisiert. Abends hat er uns alle mit seinem Bus abgeholt und hochgefahren. Zusammen mit ihm, seiner Frau und Kind haben wir wieder unglaublich vielfältig gegessen.

Montags zog die Karawane dann weiter über Piossasco ins Val Pellice.  Hier stieß dann auch noch der siebte Teilnehmer dazu, damit war die Gruppe nun komplett.
In Piossasco, einem schönen vorgelagertem Hügel mit ca. 500 m Höhendifferenz, sind wir bei herrlichem warmem Herbstwetter geflogen.  Die Auffahrt alleine war schon die Anreise und die Gebühr wert. Unglaublich was so ein Bus alles mitmacht. Private Auffahrten sind nicht möglich. Ein komplizierte Regelung lässt nur eine bestimmte Anzahl Auffahrten pro Jahr und Navette zu.
 
Im Val Pellice angekommen, hatte dann unser TO einige anstrengende Minuten. Die angefahrenen Campingplätze hatten schon geschlossen. Letztendlich sind wir dann aber in Torre Pellice auf einem wunderschönen Campingplatz, mitten im Städtchen bestens für zwei Tage untergekommen. Hier haben wir an beiden Abenden gegrillt und gelernt was ein Nierenzapfen !? ist.

Dienstags wurden wir dann, fast schon wie gewohnt, wieder von einem Bekannten des TO am Campingplatz abgeholt. Wir sind dann über den Skiort Montoso zum Startplatz Rucas gefahren.
Zuvor haben wir den Landplatz in Bagnolo besichtigt, direkt neben einem Granit verarbeitenden Betrieb. Ein sehr interessantes und beeindruckendes Fluggebiet bei dem man oberhalb gigantischer Granit-Steinbrüche startet. Trotz der herbstlichen Wetterlage konnten wir die Flüge doch einigermaßen gut verlängern. Nach einer standesgemäßen, mittäglichen Stärkung im Restaurant ging es nochmal auf dem Berg zu einem zweiten, sehr schönen Flug.

Für Mittwoch und Donnerstag war dann Regen angesagt. Das passte ganz gut, denn wir wollten noch die Region um Alba besuchen. Auf der Reise dorthin haben wir in Saluzzo Mittagspause gemacht und die sehr schöne Altstadt besichtigt. Danach ging es weiter zur Weinprobe in das kleine, sehr familiäre Weingut Antonio Coscia. Bei der ausgiebigen Verkostung wurden auch andere feine Dinge wie  Gebäck, Käse und Salami gereicht. Die Oma und die Kinder waren auch mit dabei. Anschließend durften wir alle noch tatkräftig bei der Weinherstellung behilflich sein, worüber Antonio der Besitzer, sichtlich erfreut und angetan war.
Die folgenden beiden Nächte verbrachten wir auf dem Campingplatz in Alba. In Alba haben wir einmal in einem Stadtteillokal diniert und waren am zweiten Abend, man glaubt es kaum, in einer Pizzeria. Aber hier spielt es keine Rolle wo man speist… und trinkt !, es ist immer lecker, den Preis wert und am Ende ist alles gut, „La Dolche Vita“ eben. Den Regentag am Donnerstag haben wir zu einem ausgiebigen Stadt- und Einkaufsbummel in Alba genutzt. Wurst, Käse, Trüffel, Nudeln, ….  dann noch eine Destille um Grappa zu kaufen und noch ein Weingut … 

Für Freitag war wieder besseres Wetter angesagt. Wir sind dann, mit leicht erhöhter Flächenbelastung, vorbei an Turin, Richtung Norden nach Ivrea gefahren. Die dortigen Fluggebiete Cavallaria und Andrate sind ein wenig bekannter in der Fliegerszene. Der örtlich Club hat am Landeplatz eine kleine Hütte mit Kiosk und Toilette. Wir wurden freundlich aufgenommen und konnten zusammen mit den ortsansässigen Piloten mit auf den Berg fahren. Verursacht durch den vielen Regen am Vortag war die Wolkenbasis sehr tief. Deshalb konnten wir nicht vom ganz oben starten. Trotzdem waren schöne Flüge möglich und einer von uns konnte sogar zur gegenüberliegenden Hügelkette und (fast) wieder zurück fliegen. Die Fluggebiete um Ivrea sind herrlich und bieten eine echte Alternative z. B. zu Bassano.

Drei der sieben Teilnehmer übernachteten dann, nach Rücksprache mit dem Club, nochmals am Landeplatz. Am Samstag konnte dann ganz oben am Sattel gestartet werden und bei guten Bedingungen noch einmal geflogen werden. Andere sind auf der Heimfahrt am Monte Tamaro noch einmal geflogen.
Die Ausfahrt wurde aber schon am Freitag Abend offiziell beendet. Zwar ohne Tränen, aber schon mit ein wenig Wehmut. Denn es waren wunderschöne, harmonische Tage, bestens organisiert, mit vielen schönen Erlebnissen zusammen mit netten Menschen.
Fliegen mit Freunden eben.