Winter-Ski-Opening im Zillertal

Geschrieben von Rainer.

Teilnehmer: Jürgen, Harald, Rainer (Bericht), Steffen (TO)

Starker bis stürmischer Wind war für die nächsten Tage angesagt, als wir uns auf den Weg ins Zillertal machten. Um es vorweg zu nehmen: Während sich die Daheimgebliebenen auf Weihnachten einstimmten, sich dem Kaufrausch hingaben und die Weihnachtsmärkte stürmten, genossen wir vier Mannsleut die ziemliche Leere auf den gut präparierten Pisten der drei miteinander konkurrierenden Skigebiete des Tales. Keine Wartezeiten an den Liften, guter Pistenzustand bis zum Abend und aufmerksame Bedienungen in den spärlich besetzten Lokalen. Skifahrerherz, was willst Du mehr ?!

Und dass wir in unserem Stammquartier Lechenhof in Zell am Ziller so herzlich aufgenommen wie hervorragend verköstigt würden, war uns ja schon vorher klar.
Am ersten Tag ließen wir es langsam angehen, weil Meteomedia für den Morgen auf dem nicht weit entfernten Patscherkofel einen bis ca. 80 km/h starken Wind meldete. Wir begaben uns erst zum Mittag auf die Pisten zwischen Kaltenbach und Hochfügen und nutzten die uns verbleibende Zeit dann sehr reichlich. Schließlich schafften wir auch noch knapp die für den Rückweg benötigten Lifte.
Tags drauf stiegen wir in Lanersbach ein, um das Skigebiet am Penken zu genießen. Für die übersichtliche Community der Skifahrer war es deutlich von Vorteil, dass der Großteil der Pisten in diesem Gebiet gegen Westen geschützt ist. Fast zu deutlich wurde dies auf dem Rückweg beim Ausstieg aus der Kabinenbahn auf dem Wanglspitz (2420 m), wo uns der Wind den Graupel von vorn wie Nadeln ins Gesicht blies. Dem waren wir ein paar Minuten ausgesetzt, bis wir in der Extremhocke fahrend den Gratbereich hinter uns lassen konnten. Schon bei der Auffahrt von der Gegenseite zu diesem wichtigen Übergang hatte die Sesselbahn wegen des starken Windes über ein Dutzend Stopps eingelegt, was in dieser Häufigkeit wohl noch keiner von uns vorher erlebt hatte. Es trägt sicher zu einer höheren Toleranzschwelle der Verantwortlichen bei der Bergbahn bei, dass (Vorder)Lanersbach andernfalls vom Penken-Skigebiet abgeschnitten wäre.
Es war schon ziemlich dunkel, als wir im Tal ankamen. Wir werden nie erfahren, wie das die drei Franken schafften, die wir in einem Lokal kennengelernt hatten und die wir dann bei der letzten Abfahrt überholten. Ihrem starken Alkoholkonsum mussten sie dort mehr Tribut zollen, als dies verträglich war. Es bleibt nur die Hoffnung, dass der noch einigermaßen Vitale der drei seine zwei blauen Kumpels noch körperlich heil runterbringen konnte.
Am Schlusstag besuchten wir dann noch die sog. Zillertal-Arena, die das Skigebiet von Zell am Ziller mit Gerlos, Wald-Königsleiten und Krimml verbindet. Es war der wettermäßig schönste Tag, den wir primär im Gebiet Gerlos verbrachten. Ein richtiger Genusstag !
Bleibt nur noch zu sagen, dass die mitgeführten Gleitschirme nicht zum Einsatz kommen konnten. Dafür war der Wind einfach zu stark.
Anmerkung vom TO: An zwei Tagen war der Wind an vielen Stellen trügerisch schwach, aber die optischen Warnhinweise (Linsenwolken) waren zu erspähen.
Unter dem Strich waren uns drei schöne und abwechslungsreiche Tage in einer prächtigen Bergwelt