Monaco - Viel Sonne und viel Airtime

Teilnehmer v.l.n.r.: Martin, HaJo (TO), Geli, Roland, HP, Herbert, Nadine, Lorenz, Armin
                 vorne/Fotograf Peyman. Auf dem Foto fehlen Gerald, Birgit und Petra.

Doch noch eine sehr erfolgreiche PCS-Tour im Jahr 2019: kein Tag Regen, wenig Wind, jeden Tag (Thermik-!)Fliegen, alle haben viel Airtime gesammelt, gute Stimmung in der Gruppe, keine Schäden an Mensch, aber leider an zwei Autos, dazu Jet-Set-Feeling in Monte Carlo und Nizza.

Die Anreise über Bregenz (ohne AT-Vignette bis Hohenems) und dann San Bernardino statt Singen - Zürich - Gotthard ermöglichte eine staufreie schnelle Anreise bis ca. 180 km vor dem Ziel. Dort staute sich dann der Verkehr durch kilometerlange Einspur-Wegeführung bedingt durch kurz vorher stattgefundene massivste Unwetter und wir benötigten dann gut 3 Stunden mehr als vom Navi vorberechnet.
Die Rezeption war bei Ankunft natürlich schon zu. Das Abstellen der Autos gestaltete sich damit noch etwas problematischer. Platzmangel ist das bestimmende Merkmal der Gegend. Parkplätze - und meist auch überhaupt Platz auf sogenannten "Straßen" - sind ein sehr rares Gut.

.

Am ersten Tag sah der Wind für Sospel, gut 15 km Luftlinie nordöstlich vom Mont Gros im Hinterland, besser aus. Unglücklicherweise war die Straße dorthin auch durch das schon angesprochene Unwetter blockiert. So wurde aus der eigentlich kurzen bequemen Auffahrt auf breiter Landstraße eine 40-minütige Abenteuerfahrt auf super engen Sträßchen. Schon bemerkenswert, dass und wie sich dann doch immer wieder Möglichkeiten finden lassen, wie sogar ein Müllwagen und ein Wohnmobil passiert werden können. Natürlich mit Berührung auf beiden Seiten aller beteiligten Fahrzeuge!

Die Hochebene in Sospel hatte tatsächlich frostige Temperaturen. Oben am Start war es wie am Mont Gros eher 15 Grad warm. Folge: Null Luftbewegung und Flüge kleiner 20 Minuten. Dafür haben wir eine tolle Landschaft kennengelernt.

Am Sonntag ging es gleich früh zur Abfahrtsstelle des Shuttles zum Hausberg Mont Gros (4 €). Die offiziell 32 Sitzplätze waren ruckzuck komplett belegt. Bis auf 5-7 Packsäcke mussten dazu noch alle Ausrüstungen im Innenraum untergebracht werden. Und natürlich gehen dann auch noch einige Piloten oben drauf oder irgendwie dazwischen. Klar, dass der Fahrer seltenst in den 2. Gang schalten konnte. Obwohl der Startplatz großflächig und in bester französischer Manier mit Teppichen ausgelegt ist, gab es durchaus längere Wartezeiten. Da die Wolkendecke eh recht weit unten war und auch die Windsituation, geringe Stärke, aber um 90 Grad schwenkend, nicht zum schnellen Starten animierte, warteten wir erstmal ab. Im Nachhinein leider etwas zu lange. Wir hätten halt doch vor Ankunft der vollen 2. Busladung raus sollen ... Dann halt nur ein Flug am ersten Tag. Der aber bei den meisten schon länger als eine Stunde.

Ähnlich wie in Sospel ging es uns einige Tage später im optisch mehr als spektakulären Hinterlands-Thermik-Fluggebiet Gourdon (900 hm), nördlich von Nizza. Mit etwas Thermik ist das auch fliegerisch ein Topgebiet mit viel Potenzial durchaus auch für >30 km Streckenflüge. Dort testet u.a. auch Ozone. Bei fast toter Luft war es für die Meisten ein Gleitwinkel- und Nerventest sowie ein landschaftliches Highlight. Nur der TO fand und nutzte kleinste Thermiken und schaffte über 1.5 Stunden.

Am Mont Gros ging es an einem Tag so gut, dass kaum einer unter 3 Stunden Aitrtime sammelte. Unser Flugzeit-König HP blieb sogar knapp 5 Stunden oben! Zwei PCS-ler konnten auch am Mont Gros toplanden. Der X-Alps-Ziel-Startplatz Peille wurde von fast allen erreicht. Einige sahen ihn allerdings nicht von oben und hatten entsprechend "interessante" tiefe Rückflüge über ganz Monaco hinweg! Der TO orientierte sich an Mike Küng, der neue Phi-Schirme testete und daher ständig toplandete. Gelegentlich gelang es HaJo sogar den z.T. wirklich sensationell gut steigenden Mike "im direkten Duell" auszukurbeln und dies dann auch noch per Videobeweis zu dokumentieren. 

Das - leider nicht jeden Tag fahrende - Shuttle ermöglichte auch bis zu 4 Flüge an einem Tag zu machen (Tageskarte 10 €) und dann Manöver zu üben. Beruhigend ist dabei ein Boot in der Bucht, dass jeden eventuellen Wasserlander - natürlich kostenpflichtig - rausfischt.

Am letzten Tag wollten wir den Oststart bei Sospel ("Lavina") probieren. Sehr lohnenswerter Startplatz. Aber nicht, wenn es unten wieder nur 3 und oben sehr angenehme 15 Grad hat. Zudem sind dort Nullwindstarts durch flaches Gelände und einen "ekligen" querenden Fahrweg nicht wirklich trivial. Nur 3 Piloten starteten. Auch der Nachmittagsflug am Hauptstartplatz von Sospel ("Mont Agaisen") endete nach max. 9:20 Minuten.

Besucht wurden Monte Carlo / Monaco inkl. Wachwechsel, Casino, Hafen und Formel 1-Strecke sowie Nizza. Der Zug dorthin fährt 5 Minuten von der Unterkunft entfernt ab. Auch das zentral organisierte Feuerwerk zu Neujahr stand auf dem Programm.

Fazit: Monaco ist ein wirklich lohnenswertes Ziel im Spätjahr. Es muss ja nicht unbedingt zwischen Weihnachten und Dreikönig sein. Die gut 800 km bzw. 10 Stunden Anreise sind jedoch der Wermutstropfen.

Ein dickes Lob geht an den TO, HaJo, der jederzeit alles im Griff hatte.

© 2020 1.Parafly-Club Schwaben e.V.