Fassatal - dann doch lieber Nordföhn

Teilnehmer v.l.n.r. hinten: Martin (TO), Ecki, Daniel
                            vorne: Klaus, Hans, Ralf, Markus und HaJo

Zuerst die guten Nachrichten: mal ne Dolo-Tour ohne Schnee und auch wieder ohne Unfälle (von PCS-lern). Dazu fast optimal ausgenutzte Autos und wie immer tolle FeWos.

Dann zu den schlechten Nachrichten: nach 1.5 Tagen noch gut fliegbarem Übergangswetter von der mehrwöchigen Super-Hochdrucklage über den Alpen hin zum Nord-Italien-(ex-/Alias-Genua-)Tief dann Sauwetter, das jede Art von Outdoor-Aktivität fast unmöglich machte. Bei Nordwind kann man zwar auch nicht Fliegen, aber Fahrradfahren, Kletttersteige begehen oder Wandern waren in den Vorjahren immer lohnende Alternativen.

5 aus Deutschland anreisende Dolo-Tour-Teilnehmer legten einen fliegerischen Ziwschenstopp im Stubaital ein. Der lieferte zum Teil spektakuläre Flüge. Daniel besuchte mehrere Gletscher ganz hinten im Stubaital, auch die anderen machten ordentlich Höhe und Flugzeit. Das Potenzial der Gegend begeisterte Daniel und HaJo so sehr, dass sie 2021 eine PCS-Tour dorthin anbieten.

Die 3 aus Molveno Angereisten ersetzten den sonst üblichen Anreisetag-Spaziergang in den Nachbarort Canazei mit Besuch der dortigen Gelateria durch einen Besuch des Startplatzes (inkl. Packsack). Und es wurden richtig gute lange Flüge inklusive deutlichen Startüberhöhungen, Pordoi-Westwand-Soaring, Top-Landungen auf dem "Boullion-Hügel" beim Creppa Negra sowie einem einstündigen Abend-"Küsten"-Soaring dort auf 2.300 m.

Abends dann der übliche Besuch in der Pizzera Agnello, der trotz Corona-Regeln fast normal ablief. Gut, alle Fenster und Türen waren auf Durchzug eingestellt, die Bedienungen trugen (meistens) Masken, die Olio Picante Flasche wurde nur von der Bedienung angefasst und für nicht-sitzende Gäste gab es auch Maskenpflicht.

Der Sonntag startete gruppenfototauglich mit wolkenlosem Wetter. Aber ab 14 Uhr waren Gewitter angesagt. Es ging recht gut hoch über die Rodella oder erneut - und zwar *direkt* - an die Pordoi-West-Wand. Aber die über dem Rosengarten heranziehenden sehr dunklen Wolken veranlassten uns dann doch deutlich vor 14 Uhr zum Landen. Da rannten schon Locals rum und warnten vor Böen bis zu 76 km/h, die aktuell im nur 10 km entfertnen Rosengarten gemessen wurden. Also Schirm raffen und zügig einpacken. Natürlich flogen jede Menge Leute weiter!?! Einige davon sogar noch in Richtung der zur Vorhersage passenden dunklen Wolken im Westen. Unglaublich, für die Dolos jedoch leider typisch.
Aber: das Wetter drehte uns eine lange Nase. Nach ner halben Stunde lichteten sich die Wolken, es gab weder Regen noch Kaltluftausflüsse oder sonstige Böen. Ok, die überregionale Windstärke über 2.000 m hatte sichtbar zugelegt. Wir verzichteten trotz der unerwarteten Wetterberuhigung auf weitere (Spätnachmittags-)Flüge an dem Tag.

Am Montag sah es nach einem möglichen Vormittagsflug aus. 2 PCS-ler verkürzten das Frühstück und nahmen schon die 9 Uhr-Bahn hoch zur Rodella. Starten für die Anderen später Hochgefahrenen war aber wegen Heli-Einsatz leider für ne Dreiviertelstunde verboten. Danach schafften es nur zwei noch im Trockenen zu Starten und auch (fast) noch trocken express-zu-landen. Danach startete der Dauerregen :-(.

Selberkochen mit anschließender - großzügiger - "Fettlösung" untermalt von Après-Ski-Oktoberfest-Playlists (und bassstarker Bose-Box) waren das übliche Abendprogramm. Natürlich ging es einmal zur Pizzeria Salin in Pera, die weiterhin ca. 40 cm große Pizzen anbietet, die aber erstmals spürbar weniger belegt waren und daher von allen "locker" *ganz* geschafft wurden. Trotz Einladung durch die Gruppe verzichtete der TO dann aber doch auf eine zweite Pizza. Ein sonst eher nicht mehr reinpassendes Tiramisu ging aber schon noch :-).

Da wir nicht nur mit Regen geweckt wurden sondern auch keine einzige Wetter-App fanden, die auf ein regenfreies Zeit-Fenster hoffen ließ, brachen wir die Tour dann am Mittwoch vorzeitig ab und fuhren heim. Erstaunlicherweise gab es selbst an einem normalen Werktag ordentliche Staus vor Sterzing und auf der AT-Seite vom Brenner! Für die 150 km von Campitello bis Insbruck wurden mehr als 3 Stunden benötigt :-(.

Bemerkenswert sind trotz miesem Wetter und wenig Flügen positive Gesamtbewertungen der Teilnehmer. Gruppen-Feeling, zusammen wohnen, kochen, diskutieren (nicht nur, aber durchaus auch, über Fliegerthemen), Radler, Bier, Wasser, Wein oder Marillen trinken,und das alles zu günstigen Konditionen gibt es eben nur auf PCS-Touren :-).

Bilder siehe Album

 

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